Überraschung: Schwerte tritt aus dem Kreis Unna aus!

Überraschung: Schwerte tritt aus dem Kreis Unna aus!

Schwerte. Klare Kante: Nachdem der Kreis Unna die 7-Tages-Inzidenzzahl von 50 Fällen überschritten hat und eine Allgemeinverfügung erlassen musste, hat die Stadt Schwerte einen längst überfälligen Schritt vollzogen und das Risikogebiet Kreis Unna mit sofortiger Wirkung verlassen. Damit ist Schwerte zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine kreisfreie Stadt.

„Wir wollen nicht länger Teil eines Kreises sein, mit dem wir uns kaum identifizieren können und der uns trotzdem was diktieren will“, erklärte Axourgos. Die Schwerter*innen haben sich noch nie als Mitglied des Kreis Unna gesehen und sich auch anders als die anderen Kreisstädte, während der Pandemie vorbildlich verhalten“, so das stolze Stadtoberhaupt. Bestätigt fühlt sich der Bürgermeister durch die durchgehend vorbildlichen Infiziertenzahlen während der Pandemie und durch die katastrophale Wahlbeteiligung Schwertes bei der Stichwahl der Landratswahlen. Den längst überfälligen Schritt möchte er deshalb so schnell wie möglich umsetzen. „Mit dem Aufkündigen von Städteverbunden haben wir schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. So zeigt man die eigene Souveränität und ein bisschen mehr gratis Werbung in den Medien macht unsere Stadt gleichzeitig auch ein bisschen berühmter“, versichert der gewiefte Politiker.

Durch den Austritt gehört Schwerte damit nicht mehr dem Risikogebiet des Kreis Unna an und hebt selbstständig die Schutzmaßnahmen auf. „Zudem werde man mehrere Hunderte von tausend Euro einsparen, die man wöchentlich an den Kreis Unna bezahlt hat“, so Gabriele Stange.

Der noch amtierende Oberbürgermeister der Stadt Dortmund Ullrich Sierau (SPD) bot dem Nachbargenossen umgehend ein „fantastisches Kooperationsangebot“ an und möchte sogar eine mögliche Eingliederung Schwertes in das Stadtgebiet Dortmund mit Sonderstatus prüfen. Er könne sich das System „Ein Kreis, zwei Städte“ sehr gut vorstellen, so das Dortmunder Stadtoberhaupt.

Mit Fassungslosigkeit nahm man die Nachricht bei der CDU auf. Sie kritisiert, dass man wieder einmal nicht vorher informiert worden sei und fordere deshalb Transparenz von der Verwaltung. Schon des Öfteren habe man angemerkt, dass man über größere Vorhaben gerne vorzeitig informiert sein möchte. „Aber das was der Bürgermeister jetzt abgezogen hat, das trifft wahrlich den Nagel auf den Kopf. Wir leben doch nicht in einer Diktatur“, heißt es aus der Parteizentrale der CDU Schwerte. Die stellv. Vorsitzende und nach eigenen Angaben studierte Juristin n.i.D. (nie im Dienst) Bianca D. versicherte zudem, dass man unverzüglich juristische Schritte gegen diese Entscheidung einlegen werde.

Ob die alleinige Entscheidung des Bürgermeisters, den Kreis Unna zu verlassen, auch rechtens ist, wird sich noch zeigen. Jedenfalls sollte der „Lockdown“ im Kreis Unna bis zu einem möglichen Prozessbeginn wahrscheinlich längst vorbei sein

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